Graubünden: Weite statt Enge

Graubünden ist mit rund 7.100 Quadratkilometern der größte Kanton der Schweiz – und fühlt sich beim Skifahren genauso an: nichts Drängendes, nichts Verkünsteltes, dafür unendlich viel Raum. Die großen Gebiete liegen verstreut zwischen Chur, dem Engadin und dem Vorderrheintal: Davos–Klosters, das Engadin mit St. Moritz, Arosa Lenzerheide und Flims Laax. Zusammen kommen sie auf weit über tausend Pistenkilometer, die mit Schweizer Präzision beschneit und gepflegt werden. Wer in Graubünden Urlaub macht, sollte wissen: Hier zahlt man in Franken, und die Preise sind höher als in Österreich.

Engadin St. Moritz: Höhenluft mit Stil

St. Moritz liegt auf rund 1.800 Metern und war schon vor hundert Jahren der Ort, an dem der Winter als Sport erfunden wurde – zweimal fanden hier Olympische Spiele statt. Das Gebiet Engadin St. Moritz bringt es auf rund 350 Pistenkilometer: Corviglia und Piz Nair über dem Dorf, dazu die Aussichtsberge Corvatsch auf 3.303 Metern und Diavolezza auf 2.973 Metern. Die Abfahrten sind lang, die Sonnenstunden zahlreich, das Publikum mondän. Die Tageskarte kostet umgerechnet etwa 80 Euro – teuer, aber für die Dichte an Weltklasse-Hängen angemessen.

Davos–Klosters: das größte Gebiet des Kantons

Davos–Klosters ist mit rund 300 Pistenkilometern das größte Gebiet Graubündens und ein Kapitel für sich: die Parsenn-Abfahrt nach Küblis, Freeride am Jakobshorn und der Familienberg Madrisa. Wer hier eine Woche bucht, wechselt einfach den Berg, wenn es langweilig wird – das wird es selten. Die Orte Davos und Klosters liegen an der Rhätischen Bahn und sind damit auch ohne Auto perfekt erreichbar. Zwischen den beiden Orten pendeln Busse und Bahn im Takt. Für einen ersten Graubünden-Trip ist Davos–Klosters die sicherste Wahl.

Arosa Lenzerheide: 225 Kilometer über dem Tal

Seit der Verbindungsbahn über das Rothorn sind Arosa und Lenzerheide zu einem Gebiet zusammengewachsen: rund 225 Pistenkilometer und 50 Liftanlagen zwischen 1.230 und 2.865 Metern Höhe. Die Strecke von Arosa über das Rothorn hinüber nach Lenzerheide ist eine der schönsten Skiwanderungen der Alpen. Arosa ist das ruhigere Dorf mit viel Sonne, Lenzerheide der größere Ort mit breiten Hängen und guter Après-Ski-Szene. Eine Tageskarte kostet umgerechnet rund 72 Euro. Familien und Genießer finden hier das ausgewogenste Gebiet des Kantons.

Flims Laax Falera: die Weisse Arena

Laax ist die Hauptstadt des Schweizer Freeride- und Freestylesports: Die Weisse Arena mit 224 Pistenkilometern und 28 Liftanlagen reicht bis auf 3.018 Meter hinauf und lockt mit dem größten Snowpark der Schweiz. Neben den Parks gibt es aber auch klassische, breite Hänge, die an der Crap Sogn Gion beginnen und bis ins Tal führen. Laax ist damit eines der wenigen Gebiete, in denen Snowboarder, Freestyler und klassische Skifahrer glücklich nebeneinander unterwegs sind. Die Tageskarte kostet umgerechnet rund 75 Euro. Die Anreise über Chur dauert ab Zürich gut zwei Stunden.

Preise, Anreise und die beste Zeit

Wer nach Graubünden fährt, plant am besten mit der Bahn: Chur ist der Knotenpunkt, von dort fahren die Rhätische Bahn ins Engadin und nach Davos und die Matterhorn-Gotthard-Bahn Richtung Arosa. Die Saison läuft von Anfang Dezember bis Ende April, wobei die Höhenlagen um St. Moritz und auf dem Corvatsch bis in den Mai hinein fahrbar sind. Hüttenessen kostet 25 bis 35 Franken, ein Doppelzimmer ab 150 Franken. Die beste Zeit für Sonne und Pulverschnee sind Januar und Februar – dann zeigt Graubünden, warum es als das weiße Herz der Alpen gilt.

Wer in Graubünden zum ersten Mal Ski fährt, sollte wissen: Die Schweizer Pisten sind exzellent präpariert, aber nicht billig – und die Hütten rechnen in Franken, was die Rechnung am Ende spürbar erhöht. Dafür stimmt das Gesamtpaket: kurze Wartezeiten, pünktliche Bahnen, gepflegte Dörfer und ein Netz an Abfahrten, das auch erfahrene Skifahrer über Jahre beschäftigt. Die Kantonshauptstadt Chur lohnt übrigens einen Nachmittag: die älteste Stadt der Schweiz mit Cafés, Gassen und direktem Anschluss an alle Gebiete. Graubünden ist keine Region zum Durchfahren, sondern zum Wiederkommen – am besten, bevor die letzte Piste des Tages schließt.

Von der Redaktion

Das SkiZeit-Team recherchiert vor Ort und an öffentlichen Quellen, testet Ausrüstung und beschreibt Skigebiete so, wie sie wirklich sind – in eigenen Worten.