Fünf Berge, ein Ticket

Davos–Klosters ist keine einzelne Bergstation, sondern ein System aus fünf eigenständigen Bergen, die mit einer Tageskarte verbunden sind: Parsenn, Jakobshorn, Pischa, Rinerhorn und Madrisa. Zusammen ergeben sie rund 300 Pistenkilometer und 58 Liftanlagen zwischen 810 und 2.844 Metern Höhe. Der Einstieg ist der Grat: Wer morgens auf der Parsenn steht und abends auf dem Rinerhorn, hat zwei völlig verschiedene Skitage erlebt. Wichtig zu wissen: Die Verbindungen zwischen den Bergen laufen über die Täler, man muss also Umsteigen einplanen – die Busse und Bahnen der Orte sind im Pass inklusive.

Parsenn: die klassische Abfahrt der Alpen

Die Parsenn gilt als eine der ältesten und schönsten Skifahrten überhaupt. Vom Weissfluhjoch auf 2.693 Metern führt die berühmte Abfahrt über zwölf Kilometer und 1.700 Höhenmeter hinunter nach Küblis – ein langer, abwechslungsreicher Run, der fast durchgehend rot ist und Kondition verlangt. Die Zubringer: die Standseilbahn von Davos Dorf hinauf zum Weissfluhjoch, dazu die neue Gotschnabahn von Klosters. Wer mittags oben ankommt, sollte wissen, dass die letzte Talfahrt früh geplant sein will – der Run endet in einem anderen Tal.

Jakobshorn und Pischa: Freeride und Freestyle

Der Jakobshorn über Davos ist der Berg der Snowboarder und Freestyler: ein großes Snowpark, ein Halfpipe-ähnliches Gelände und hunderte Freeride-Linien direkt unter der Gondel. Die Pischa daneben ist ein eigenes kleines Skigebiet mit dem Ruf, ein Geheimtipp für Tiefschnee zu sein – hier fahren Einheimische, wenn der Neuschnee fällt. Beide Berge sind überschaubar und trotzdem abwechslungsreich. Wer das große, weite Skigebiet sucht, fährt auf die Parsenn; wer spielt, geht auf den Jakobshorn.

Madrisa und Rinerhorn: die ruhigen Seiten

Die Madrisa über Klosters ist der Familienberg: ein großzügiges Kinderland, sanfte blaue Pisten und ein Streichelzoo oben auf der Alp machen den Tag mit Kindern entspannt. Das Rinerhorn auf der Davoser Seite ist der stillste der fünf Berge, mit langen, ruhigen Hängen und wenigen Warteschlangen. Zwischen den Bergen liegt Klosters selbst: ein kompakter, gepflegter Ort, der von der Welt abgeschirmt wirkt – hier sind schon Königsfamilien abgestiegen. Wer Ruhe sucht, bucht in Klosters, wer Abwechslung will, in Davos.

Davos oder Klosters? Der richtige Ort

Davos ist eine Stadt in den Bergen: 11.000 Einwohner, Kongresszentrum, Eishockey und ein dichtes Angebot an Restaurants und Geschäften. Klosters ist das Dorf: enger, verschachtelter, mit Holzfassaden und einem Ortskern, der abends schläft. Beide Orte sind mit der Rhätischen Bahn verbunden, die auch die Skigebiete erschließt. Neben dem Skifahren lohnt die Region für Langlauf – in Davos gibt es ein großes Loippennetz – und für Winterwanderungen. Der Skipass gilt für beide Orte, die Wahl ist also vor allem eine Frage des Stils.

Preise, Anreise und die beste Zeit

Alles wird in Schweizer Franken bezahlt: Die Tageskarte kostet umgerechnet etwa 80 Euro, das Sechs-Tage-Ticket rund 400 Euro. Hüttenessen liegt bei 22 bis 30 Franken, ein Doppelzimmer ab 150 Franken pro Nacht. Anreise: mit der Bahn direkt nach Davos oder Klosters, mit dem Auto über das Prättigau; die Pässe sind im Winter geräumt, aber oft langsam. Die Saison dauert von Anfang Dezember bis Ende April, die schneesichersten Wochen sind Januar und Februar. Kartenzahlung ist überall Standard, auch auf den Hütten.

Ein Wort zur Höhe: Wer aus dem Flachland kommt, merkt sie spätestens am zweiten Tag – der Schlaf ist tiefer, die Beine sind schwerer, das Trinken wichtiger. Dafür sind die Pisten oberhalb von 1.500 Metern fast immer schneesicher, und die Luft ist so klar, dass die Gipfel näher wirken, als sie sind. Die Bergbahnen sind modern und pünktlich, ein Skitag in Davos–Klosters fühlt sich deshalb eher nach Aufenthalt als nach Hektik an. Wer nach einer Woche noch nicht genug hat, verlängert einfach um ein langes Wochenende – die Region trägt das problemlos, und der Blick von der Parsenn bleibt in Erinnerung, lange nachdem man wieder im Tal ist.

Von der Redaktion

Das SkiZeit-Team recherchiert vor Ort und an öffentlichen Quellen, testet Ausrüstung und beschreibt Skigebiete so, wie sie wirklich sind – in eigenen Worten.