Das Zugspitzplatt: ein Gletscherplateau als Piste
Das Zugspitzplatt liegt auf einem Hochplateau zwischen 2.000 und 2.720 Metern Höhe, direkt unter dem Gipfel der Zugspitze. Mit rund 20 Pistenkilometern und zehn Liftanlagen ist es kein großes Skigebiet – aber das höchste Deutschlands und eines der schneesichersten der Alpen. Weil ein Teil des Geländes auf dem Gletscher liegt, ist die Saison lang: von Ende November bis Anfang Mai, in guten Jahren noch länger. Wer von München kommt, steht schon zwei Stunden nach dem Frühstück oben im Schnee.
Anreise: Seilbahn oder Zahnradbahn
Zwei Wege führen auf den Berg: die Eibsee-Seilbahn, mit rund 4.450 Metern die längste Seilbahn Deutschlands, die von Grainau in wenigen Minuten auf den Gipfel fährt – oder die Zahnradbahn, die seit 1930 von Garmisch-Partenkirchen durch den Berg bis auf das Platt fährt. Das Kombi-Ticket gilt für beide und wird auf der Rückfahrt beliebig getauscht. Wer die Wahl hat: Bei Sturm fährt die Seilbahn nicht, die Zahnradbahn ist wetterfester. Parkplätze gibt es an der Talstation Eibsee und in Garmisch; früh kommen lohnt sich.
Die Pisten: kurz, sonnig, überschaubar
Die Abfahrten am Platt sind meist blau und rot, breit und sonnig – ideal für Familien und alle, die nicht den Rekord suchen. Der längste Run führt mit rund sieben Kilometern vom Gletscherrand hinunter zur Station am Platt, wo man in die Zahnradbahn steigt. Für Profis ist das Gebiet nach einem Tag erkundet, für Einsteiger genau richtig dimensioniert. Neuere Sesselbahnen erschließen auch steilere rote Passagen, und ein Übungshang mit Zauberteppich liegt direkt an der Bergstation. Tiefschnee suchen sich Könner an den Hängen abseits der Pisten – mit Vorsicht.
Der Gipfel: 2.962 Meter und der Blick über die Alpen
Zur Zugspitze gehört auch der Ausblick: Vom Gipfel auf 2.962 Metern reicht der Blick bei klarem Wetter bis ins Inntal und weit über die bayerischen Alpen. Oben warten die Aussichtsplattform, ein Gipfelrestaurant und die Grenze zu Österreich – die Tiroler Zugspitzbahn bringt Gäste von Ehrwald herauf. Ein Tipp: erst früh skifahren, dann mittags den Gipfel mit den meisten Sonnenstunden genießen. Wer Glück hat, sieht von oben die Wolken unter sich liegen, während das Tal im Nebel versinkt. Das ist der Moment, für den man nach Garmisch fährt.
Was der Tag am Zugspitzplatt kostet
Das Tagesticket für die Zugspitze inklusive Berg- und Talfahrt kostet für Erwachsene rund 63 Euro, Kinder zahlen deutlich weniger. Leihski gibt es an der Talstation und in Garmisch ab etwa 45 Euro pro Tag, inklusive Schuhen und Stöcken. Essen auf dem Gipfel ist teurer als im Tal: ein Hauptgericht 18 bis 26 Euro, Getränke ab 5 Euro. Wer sparen will, isst im Tal oder bringt sich etwas mit – oben gibt es aber kaum Picknickplätze. Familien buchen besser das Familienticket der Bayerischen Zugspitzbahn.
Für wen sich das Zugspitzplatt lohnt
Das Gebiet ist perfekt für einen langen Tagesausflug, für Skianfänger, die ihre erste Woche planen, und für Familien mit Kindern, die kurze Wege brauchen. Fortgeschrittene verbinden den Tag am Platt gern mit einem Besuch in Garmisch-Classic, dem zweiten Gebiet im Tal – dort gibt es mehr Längen, aber weniger Schneesicherheit. Die beste Zeit ist von Januar bis März, wenn die Gletscherhänge am stabilsten sind. Bei Föhn und Sturm prüft man vor der Abfahrt die Webcams: Der Gipfel ist dann zwar schön, aber die Bahnen fahren nicht.
Was viele unterschätzen, ist die Höhenlage: Auf 2.000 bis 2.700 Metern ist die Luft dünner, die Sonne aggressiver und das Wetter schneller wechselhaft als im Tal. Sonnencreme und eine zusätzliche Schicht gehören darum immer in den Rucksack, auch wenn es morgens noch bewölkt ist. Die Bergstationen sind gut ausgestattet, mit Skischule, Verleih und Gastronomie direkt am Einstieg – man muss nirgendwo lange Wege laufen. Wer zum ersten Mal auf einem Gletscher steht, sollte sich Zeit nehmen: Die weiße Fläche wirkt riesig, aber das Pisten- und Liftnetz ist übersichtlich, und die Beschilderung lässt kaum Orientierungsprobleme zu. Ein langer Skitag am Platt ist damit auch für Familien entspannt machbar.