Eine Region, viele Dörfer

Die Arlberg-Region liegt um den Pass, der Tirol und Vorarlberg trennt – und über dem Wintersport zu einer einzigen Landschaft zusammengewachsen ist. Fünf Dörfer zählen zum Kern: St. Anton auf 1.304 Metern, das verschneite St. Christoph auf 1.800 Metern, Stuben am Pass, dazu auf der Vorarlberger Seite Zürs auf 1.717 Metern und Lech auf 1.444 Metern. Zusammen bilden sie das Skigebiet Ski Arlberg mit rund 305 Pistenkilometern und 88 Liftanlagen – das größte Österreichs. Die Dörfer haben eigene Charaktere: St. Anton lebt laut, Lech vornehm, Zürs abgelegen.

Skifahren auf 305 Kilometern

Seit die Flexenbahn 2016 die Verbindung zwischen Zürs und Lech schloss, ist der ganze Arlberg ein einziges Gebiet: Man kann am Morgen in St. Anton starten, mittags in Zürs essen und abends in Lech ausklingen lassen. Höchster Punkt ist die Valluga mit 2.811 Metern, deren Abfahrt nur mit Bergführer erlaubt ist. Dazwischen liegen endlose rote Hänge, steile schwarze Couloirs und ein paar der berühmtesten Hütten der Alpen. Die berühmte Rennstrecke „Die weiße Rausch" gehört zur Kandahar-Tradition von St. Anton – ein Stück Skigeschichte, das man beim Fahren spürt.

Lech und Zürs: der ruhigere Arlberg

Lech ist das Dorf der Schönen und der Reichen – und trotzdem eines der schönsten Skigebiete der Alpen: weitläufige, sanfte Hänge, viel Schnee und eine Fußgängerzone, die zum Flanieren einlädt. Zürs liegt noch höher und abgeschlossener: ein Ort, der im Winter nur über die Straße oder den Ski erreichbar ist, mit exzellenten, meist ruhigen Pisten direkt vor der Tür. Wer Familienurlaub sucht, findet hier weniger Trubel als in St. Anton, aber auch weniger Angebote für Kinder. Wer die Region entspannt erleben will, wählt Lech oder Zürs als Basis.

Abseits der Pisten: Langlauf und Winterwandern

Der Arlberg kann auch ohne Skischuhe: In Lech und Zürs gibt es gepflegte Langlaufloipen und ein dichtes Netz geräumter Winterwanderwege, die durch den tief verschneiten Wald führen. Schlittenfahren auf der Rodelbahn von Oberlech hinunter ins Tal ist bei Einheimischen beliebt, und die Skischulen bieten geführte Schneeschuhwanderungen an. St. Christoph ist ein guter Ausgangspunkt für Tourengeher, die ihre ersten Aufstiege abseits der Lifte machen. Wer den Winter nur langsam erleben will, findet am Arlberg genug Platz – man muss nur wissen, wo.

Was die Region wirklich kostet

Der Skipass Ski Arlberg kostet rund 72 Euro am Tag, sechs Tage etwa 410 Euro. Die Preise der Dörfer unterscheiden sich deutlich: St. Anton bietet Doppelzimmer ab 130 Euro pro Nacht, in Lech starten gute Hotels bei 200 Euro, Zürs ist noch teurer. Auf den Hütten zahlt man 18 bis 28 Euro für ein Hauptgericht. Wer günstiger fahren will, wählt St. Anton oder Stuben und bucht früh. Die Region ist kein Schnäppchen – aber sie liefert dafür eine Dichte an Pisten und Infrastruktur, die wenige andere Gebiete bieten.

Planung: Anreise, Saison und die beste Zeit

Der Bahnhof St. Anton liegt mitten im Ort und macht die Anreise mit dem Zug zur besten Wahl; die Arlbergbahn verbindet Innsbruck und Zürich. Mit dem Auto fährt man über die A12 und den Arlbergtunnel oder über die Passstraße, die im Winter gesperrt sein kann. Die Saison dauert von Anfang Dezember bis Ende April, der Februar ist der vollste Monat. Für ruhige Hänge bei gutem Schnee empfiehlt sich Mitte Januar; wer Sonne will, fährt im März. Eine Woche reicht, um die Region kennenzulernen – zwei, um sie zu lieben.

Zur Wahrheit gehört auch: Der Arlberg ist im Winter teuer und begehrt, und wer spontan anreist, zahlt die höchsten Preise des Jahres. Wer ein paar Monate im Voraus bucht, bekommt bei den Bergbahnen und Hotels spürbare Rabatte, oft zehn bis zwanzig Prozent. Und wer die Region einmal kennengelernt hat, versteht, warum sie seit über hundert Jahren Skifahrer anzieht: Nirgendwo sonst in Österreich liegen die Hänge so dicht beieinander, sind die Dörfer so unterschiedlich und die Winter so schneereich. Der Arlberg ist kein Ort für den schnellen Tagestrip, sondern für die lange Woche – am besten mit Zeit für die Dörfer, die Küche und die Geschichten, die hier überall in der Luft liegen.

Von der Redaktion

Das SkiZeit-Team recherchiert vor Ort und an öffentlichen Quellen, testet Ausrüstung und beschreibt Skigebiete so, wie sie wirklich sind – in eigenen Worten.