Das Zillertal ist eines der größten Skigebiete Österreichs – und eines der unübersichtlichsten. Vier eigenständige Gebiete, drei große Talorte und unzählige Kombinationen aus Skipass, Unterkunft und Anreise: Wer gut plant, spart Geld und Nerven. Wir haben eine Woche lang mitgerechnet und zeigen, worauf es ankommt.
Warum das Zillertal – und welcher Ort passt zu dir?
Das Tal fühlt sich an wie mehrere Reiseziele in einem. Mayrhofen mit dem Penken und dem Ahorn ist der Klassiker für Skifahrer und Après-Ski-Fans. Die Zillertal Arena mit Zell am Ziller und Gerlos lockt mit weiten, sonnigen Hängen. Die Ski- und Gletscherwelt Zillertal 3000 am Hintertuxer Gletscher steht für Schneesicherheit bis in den Sommer hinein. Und die Skiwelt Zillertal mit Hochfügen, Kaltenbach und dem Spieljoch ist der ruhigere, familienfreundliche Teil des Tals. Zusammen kommen die vier Gebiete je nach Zählweise auf rund 550 Pistenkilometer und etwa 180 Liftanlagen – genug für zwei Wochen ohne Wiederholung. Wer im Tal nach dem Geheimnis fragt, bekommt oft dieselbe Antwort: „Das Zillertal ist kein Skigebiet, sondern vier auf einmal."
Anreise: Bahn, Auto und die Zillertalbahn
Mit dem Zug fährst du über Innsbruck nach Jenbach und steigst dort in die schmale Zillertalbahn um, die das ganze Tal bis Mayrhofen erschließt. Besonders charmant: die historischen Dampfzüge, die an Wochenenden und Feiertagen unterwegs sind. Die Bahn lohnt sich nicht nur wegen der Aussicht – sie hält direkt in den Orten, und wer mit dem Auto kommt, kennt das Problem der vollen Tagesparkplätze an den Talstationen. Mit dem Pkw fährst du über die Inntalautobahn A12 bis zur Ausfahrt Zillertal; die Fahrt von München dauert gut zwei Stunden, bei Stau am Wochenende gern auch länger.
Der Skipass: Super Skipass oder Einzelgebiet?
Der Zillertal Super Skipass gilt in allen vier Gebieten und rechnet sich ab etwa fünf Skitagen. Eine Tageskarte für Erwachsene kostet in der Hauptsaison rund 70 Euro, der Super Skipass liegt für sechs Tage bei etwa 400 bis 450 Euro. Kinder bis sechs Jahre fahren in den meisten Orten kostenlos, bis 15 gibt es deutliche Ermäßigungen. Wer früh bucht, bekommt bei den örtlichen Bergbahnen regelmäßig Frühbucherpreise – im Sommer für den folgenden Winter zu buchen, spart in guten Jahren zweistellige Beträge.
Unterkunft: Mayrhofen, Zell am Ziller oder Tux?
Mayrhofen ist der zentrale Ort: Skischulen, Verleih, Après-Ski und Nachtleben liegen alle im Umkreis von wenigen Gehminuten, und die Bergbahnen zum Penken sind direkt am Ortsrand. Zell am Ziller ist ruhiger, etwas günstiger und gut für Familien, die Wert auf einen geregelten Tagesablauf legen. Tux und Hintertux versprechen die längste Saison, weil der Gletscher bis weit in den Frühling hinein gute Verhältnisse bietet. Preise: Eine einfache Ferienwohnung für zwei Personen gibt es ab etwa 80 Euro pro Nacht, ein Doppelzimmer mit Halbpension startet bei rund 120 Euro – in den Ferienwochen deutlich mehr.
Das Budget: Was eine Woche wirklich kostet
Wir haben eine Woche für zwei Erwachsene in der Hauptsaison durchgerechnet. Skipass: 400 bis 450 Euro pro Person für sechs Tage. Unterkunft: 600 bis 900 Euro pro Person, je nach Kategorie. Leihski mit Schuhen und Stöcken: 120 bis 150 Euro pro Woche. Ein Gruppenkurs über fünf Vormittage kostet etwa 250 Euro – wer zum ersten Mal fährt, sollte diesen Posten einplanen. Dazu kommt das Essen: Auf der Hütte liegen Hauptgerichte meist zwischen 15 und 25 Euro, ein Getränk kostet 4 bis 7 Euro. Unterm Strich kommen zwei Personen auf 2.000 bis 2.800 Euro. Sparpotenzial steckt in der Nebensaison, im Frühbucher-Skipass und in der Unterkunft mit Selbstverpflegung.
Wetter, Schnee und der richtige Zeitpunkt
Die Saison im Zillertal dauert von Anfang Dezember bis Ende April, der Hintertuxer Gletscher ist praktisch ganzjährig befahrbar. Die besten Pistenverhältnisse findet man meist zwischen Mitte Januar und Ende Februar: Die Hänge sind eingefahren, die Tageslängen noch ordentlich, und die große Ferienwelle ist vorbei. Weihnachten und Fasching sind die teuersten und vollsten Wochen des Jahres – wer flexibel ist, meidet sie. Ein Blick auf die Höhenlage lohnt: Die Talorte liegen um die 600 Meter, die Skigebiete reichen bis auf 3.250 Meter am Gletscher. Wenn im Tal der Nebel hängt, ist oben meist blauer Himmel.