Wo Sparen wirklich lohnt

Die größten Posten im Skiurlaub sind Unterkunft, Skipass und Essen – in dieser Reihenfolge. Bei der Unterkunft spart am meisten, wer außerhalb der Ferien bucht, Selbstversorgung wählt und nicht im Zentrum wohnt: Eine Ferienwohnung mit Küche kostet 60 bis 90 Euro pro Nacht, ein Hotelzimmer mit Halbpension 120 Euro aufwärts. Frühbucherrabatte von zehn bis zwanzig Prozent gibt es bei vielen Vermietern, Last-Minute-Angebote im Januar ebenfalls. Wer mit dem Auto kommt, rechnet Parkgebühren ein – der Skibus ist in den meisten Tälern kostenlos und macht das Auto überflüssig.

Der Skipass: der größte Hebel

Der Skipass ist kaum verhandelbar – aber seine Wahl sehr wohl. Große Verbundgebiete kosten 65 bis 75 Euro am Tag, kleine lokale Gebiete oft nur die Hälfte. Wer mehrere Tage fährt, kauft online und früh: Viele Bergbahnen geben fünf bis fünfzehn Prozent Rabatt auf Frühbucher-Tickets, und Mehr-Tages-Karten sind im Schnitt deutlich günstiger pro Tag als Einzeltickets. Kinder bis sechs Jahre fahren fast überall gratis, Jugendliche bekommen Ermäßigung. Wichtig ist die ehrliche Rechnung: Wer nur drei von sechs Tagen fährt, braucht vielleicht gar keinen Sechs-Tage-Pass – wer jeden Tag fährt, nur um das Ticket zu rechtfertigen, hat den Urlaub falsch geplant.

Ausrüstung: kaufen, leihen, gebraucht

Leihausrüstung kostet 100 bis 150 Euro pro Woche, eine gute Gebrauchtausrüstung bekommt man im Frühjahr für 200 bis 300 Euro. Wer mehr als zehn Tage pro Jahr fährt, sollte kaufen – vor allem Schuhe, die nach zwei Saisons bezahlt sind. Beim Leihen gilt: Nicht an der Qualität sparen, schlechte Schuhe ruinieren die Woche. Ein Helm ist ab 50 Euro neu erhältlich und gehört jedem – auch Kindern, die ihn ohnehin brauchen. Gebrauchte Helme sind tabu, weil man ihre Vorgeschichte nicht kennt. Und: Wer im Januar kauft, zahlt die höchsten Preise des Jahres; wer im April kauft, bekommt die Auslaufmodelle.

Essen und Hütte: der unterschätzte Posten

Auf der Hütte kostet ein Hauptgericht 15 bis 25 Euro, ein Getränk 4 bis 7 Euro – wer mittags und nachmittags konsumiert, gibt leicht 30 Euro pro Person und Tag aus. Sparen geht, ohne dass es weh tut: Eine große, warme Mahlzeit mittags auf der Hütte, dafür am Nachmittag nur ein Getränk, oder umgekehrt. Das mitgebrachte Käsebrot im Rucksack ist die günstigste und oft die beste Variante – auf vielen Hütten darf man eigenes Essen verzehren, wenn man Getränke kauft. Im Tal kocht man abends selbst oder geht in die Dorfpizzeria statt ins Edelrestaurant. Der Unterschied: 20 bis 40 Euro pro Tag und Person.

Wo Sparen teuer wird

Es gibt Posten, an denen zu sparen sich rächt: der Skikurs, der Helm, die Schuhe und die Versicherung. Ein Anfänger ohne Kurs lernt langsamer, stürzt häufiger und verliert den Spaß – 250 Euro Kurs sind die günstigste Investition der Woche. Ein alter, zu weicher Schuh macht aus jeder Piste Arbeit, ein Helm ohne Norm schützt nicht. Die Skiversicherung mit Bergrettung kostet 30 bis 60 Euro pro Woche und übernimmt im Ernstfall Summen, die ein ganzes Urlaubsbudget übersteigen. Wer hier spart, spart am falschen Ende – der Rest der Rechnung lässt sich gut verhandeln.

Die Beispielrechnung: Eine Woche für zwei

Zwei Erwachsene, eine Woche, einfacher Standard: Unterkunft mit Selbstversorgung 700 Euro, Skipass für sechs Tage 750 Euro, Leihausrüstung 260 Euro, Kurs nur für eine Person 250 Euro, Essen und Hütte 500 Euro, Versicherung 100 Euro – zusammen rund 2.560 Euro, also etwa 1.280 Euro pro Person. Wer in der Nebensaison bucht, vor Ort mit Skibus statt Auto fährt, mittags vom Rucksack lebt und gebrauchte Ausrüstung kauft, kommt auf 1.900 bis 2.100 Euro. Die Disziplin zahlt sich aus – aber der Skitag selbst sollte nie der Sparpunkt sein. Dafür ist das Hobby zu schön.

Von der Redaktion

Das SkiZeit-Team recherchiert vor Ort und an öffentlichen Quellen, testet Ausrüstung und beschreibt Skigebiete so, wie sie wirklich sind – in eigenen Worten.