Die Streif: eine Legende mit 85 Prozent

Die Streif ist die berühmteste Abfahrt der Welt: Vom Start am Hahnenkamm auf 1.665 Metern geht es über 3,3 Kilometer hinunter ins Ziel auf 805 Metern. Die Mausefalle, ein Sprung mit rund 85 Prozent Gefälle, ist die bekannteste Stelle – und für Zuschauer das Spektakel des Hahnenkamm-Rennens im Januar. Skifahrer können weite Teile der Streif im normalen Betrieb selbst fahren, die Steilpassagen sind dann meist gesperrt. Wer das Rennen live sehen will, sollte Tickets und Unterkunft ein Jahr im Voraus buchen.

Das Gebiet: Kitzbühel, Kirchberg und Pass Thurn

Das Skigebiet Kitzbühel–Kirchberg bringt es auf rund 170 Pistenkilometer, mit dem Pass Thurn bei Mittersill kommen weitere 60 dazu – zusammen rund 230 Kilometer und 57 Liftanlagen. Die moderne 3S-Bahn bringt vom Hahnenkamm hinüber nach Pengelstein und Jochberg, die Fleckalmbahn erschließt die ruhigere Südseite. Der Ort liegt auf 762 Metern, die höchsten Pisten auf rund 2.000 Metern. Das Gebiet ist damit nicht das höchste, aber eines der am besten erschlossenen Tirols – mit einer Liftkapazität, die auch in den Ferien erstaunlich flüssig läuft.

Die ruhigeren Seiten von Kitzbühel

Abseits des Trubels findet sich im selben Gebiet viel Stille: Jochberg und Pass Thurn sind die entspannten Ecken mit weiten, meist blauen und roten Hängen, auf denen man nachmittags fast allein fährt. Der Kitzbüheler Horn, der Hausberg ohne Gondelbahn-Rummel, bietet lange, ruhige Abfahrten und einen Panoramablick über den Ort. Familien nutzen das Kinderland am Pengelstein, wo Zauberteppich und kleine Lifte den Nachwuchs fordern. Wer günstiger wohnen will, bucht in Kirchberg – dasselbe Gebiet, deutlich ruhigerer Ort.

Der Ort: Gasse, Tradition und Abende

Kitzbühel selbst ist ein Ort zum Schlendern: Die Fußgängerzone mit ihren Läden, Cafés und alten Fassaden zieht auch Nicht-Skifahrer an. Die Preise im Ort sind hoch, ein Kaffee kostet wie in einer Großstadt. Abends ist die Stimmung gediegen, wer Feiern sucht, findet im Londoner oder in den Bars an der Gamsstadt eine überschaubare Szene. Der Winter startet hier früh: Schon Anfang Dezember ist der Ort geschmückt, und die Hahnenkammbahn bringt Skifahrer auf den Berg, während im Tal noch Nebel hängt.

Skipass und Kosten

Die Tageskarte für Kitzbühel–Kirchberg kostet in der Hauptsaison rund 70 Euro, sechs Tage liegen bei etwa 375 Euro; das Pass-Thurn-Ticket gibt es separat günstiger. Ein Doppelzimmer mit Halbpension startet bei 140 Euro pro Nacht, in der Rennwoche bei einem Vielfachen davon. Leihski kosten 120 bis 150 Euro pro Woche, ein Gruppenkurs über fünf Tage etwa 240 Euro. Wer früh bucht, sichert sich bei vielen Unterkünften Frühbucherpreise – gerade in der Rennwoche ist das der einzige Weg, bezahlbar zu bleiben.

Wann sich die Reise lohnt

Die Saison dauert von Anfang Dezember bis Ende April. Der Januar gehört dem Hahnenkamm-Rennen und den Schaulustigen, die Pisten sind dann voll, die Stimmung einmalig. Februar und März bringen die meisten Sonnenstunden, der März ist bei sicheren Schneeverhältnissen die beste Wahl für ruhige Tage. Kitzbühel liegt tiefer als die Gletschergebiete, die Beschneiung ist aber flächendeckend stark. Wer Rennatmosphäre und Tradition erleben will, kommt im Januar – wer Skifahren will, im März.

Für das leibliche Wohl sorgt eine dichte Hüttenkultur: Von der Seidlalm über dem Zielhang bis zu den ruhigen Stuben am Pass Thurn gibt es für jeden Geschmack etwas, Hauptgerichte kosten 14 bis 24 Euro. Wer mit dem Zug anreist, steigt in Kitzbühel direkt gegenüber der Hahnenkammbahn aus – eine der bequemsten Anreisen Tirols. Die Parkplätze im Ort sind dagegen knapp und teuer, das Auto bleibt im Urlaub am besten in der Garage. Und ein Geheimtipp zum Schluss: Unter der Woche, wenn die Rennfans abgereist sind, gehört die Streif fast einem allein – in gemächlichem Tempo, aber mit derselben Aussicht wie die Weltklasse.

Von der Redaktion

Das SkiZeit-Team recherchiert vor Ort und an öffentlichen Quellen, testet Ausrüstung und beschreibt Skigebiete so, wie sie wirklich sind – in eigenen Worten.